Die Verfügbarkeit von Nachhaltigkeitsdaten ist nach wie vor lückenhaft und variiert sehr, beispielsweise abhängig von der Unternehmensgrösse. Investoren müssen ein Gleichgewicht zwischen externen Datenquellen und internen Analysen finden, wenn sie ESG-Faktoren wirklich in ihre Prozesse integrieren wollen.

Für ein erstes Screening werden häufig etablierte Datenanbieter wie Sustainalytics verwendet. Doch es ist wichtig, dass Asset Manager auch ihre eigenen Hausaufgaben machen, anstatt sich nur auf externe Daten zu verlassen.

So kann die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen die Datenbasis erweitern, zu unerwarteten Ergebnissen führen und neue Blickwinkel eröffnen. Wir haben beispielsweise gemeinsam mit dem European Centre for Corporate Engagement 3000 Unternehmen analysiert. Eine interessante und relevante Erkenntnis daraus: Absolute ESG-Werte sind nicht unbedingt ein guter Indikator für die künftige Unternehmensentwicklung. Unternehmen hingegen mit positivem ESG-Momentum haben im Durchschnitt eine bessere Sharpe Ratio als solche mit hohen absoluten ESG-Scores (aber niedrigem ESG-Momentum).

Andere herausfordernde Aspekte sind, dass einerseits viele aufbereitete ESG-Daten rückwärtsgewandt sind und nur jährlich veröffentlicht werden und dass andererseits ESG-Rohdaten oft nur einen begrenzten Nutzen besitzen. Bei letzterem kann sogenanntes Natural Language Processing helfen, Rohinformationen zu analysieren. Natural Language Processing sind Techniken zur maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache. Ziel ist eine direkte Kommunikation zwischen Mensch und Computer. Wir arbeiten in diesem Bereich mit Truvalue Labs zusammen, bauen aber auch eigene Tools. Die Entwicklung von Indikatoren für Stimmungstrends, wie beispielsweise die Analyse von Diskussionen (auch zu ESG-relevanten Themen) in sozialen Medien, liefert aktuelle Daten, die für Investoren oft wertvoller sind als rückwärtsgewandte Informationen. Investoren, die den Aufwand betreiben, unstrukturierte Daten zu sichten, können vorher unerkannt gebliebene Anlagechancen identifizieren.

Facts

Verhältnis von ESG-Daten und Unternehmensgrösse: Small Caps sind eine Anlageklasse, für die seltener detaillierte ESG-Informationen erhältlich sind. Das bedeutet aber nicht, dass kleine Unternehmen nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Sie haben oft nur nicht das Budget, um detaillierte ESG-Daten zu reporten. Wir haben daher eine eigene Bewertungsmethodik entwickelt. Durch unsere fortlaufenden und systematisierten Gespräche zu ESG-Themen mit den Unternehmen, in die wir investieren, können wir sicherstellen, dass unser Engagement zu einer im doppelten Sinne nachhaltigen Verbesserung führt.

Über NN Investment Partners
NN Investment Partners (NNIP) ist der Asset Manager der NN Group N.V., einer an der Börse (Euronext Amsterdam) gehandelten Aktiengesellschaft. NNIP hat seinen Hauptsitz in Den Haag, in den Niederlanden und verwaltet insgesamt weltweit ca. 268 Mrd. Euro* (305 Mrd. US-Dollar.*) Assets under Management für institutionelle Kunden und Privatanleger. NNIP beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeitende und ist in 15 Ländern in Europa, den USA, Lateinamerika, Asien und dem Nahen Osten vertreten.
*Stand: 30. Juni 2019

Adrie Heinsbroek, Leiter Responsible Investments bei NN Investment Partners.

NN Investment Partners Switzerland Ltd.
Schneckenmannstrasse 25, 8044 Zürich
www.nnip.ch

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